TBC in Deutschland

In der öffentlichen Wahrnehmung ist Tuberkulose (TBC) eine Krankheit, die es heute in Deutschland nicht mehr gibt. Vielmehr gilt TBC unter dem Namen Schwindsucht als eine Erkrankung vergangener Jahrhunderte, die vor allem berühmte Schriftsteller und Komponisten dahinraffte. Mit dem „Zauberberg “ hatte einst Thomas Mann der Schwindsucht ein Denkmal gesetzt. Doch die 80 Schüler eines Gymnasiums in Berlin-Zehlendorf, die auf Grund einer TBC-Erkrankung Ihres Lehrers auf eine potentielle Infektion untersucht werden mussten, hatten sicherlich nicht Thomas Mann im Sinn. Der Lehrer wurde im Krankenhaus behandelt, gleichzeitig kam es zu weiteren Verdachtsfällen in einer Flüchtlingsunterkunft.

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„Mycobacterium tuberculosis Ziehl-Neelsen stain 02“ von CDC/Dr. George P. Kubica – phil.cdc.gov CDC-PHIL ID #5789. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mycobacterium_tuberculosis_Ziehl-Neelsen_stain_02.jpg#/media/File:Mycobacterium_tuberculosis_Ziehl-Neelsen_stain_02.jpg

Nach der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ und der damit einsetzenden erhöhten globalen Mobilität wurde TBC wieder Thema in Mitteleuropa. Wer aber vermutet, dass inzwischen die Lage würde sich bessern, der irrt.
Zum Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 4318 TB-Fälle für 2013 in Deutschland. Das sind um die hundert Fälle mehr als im Vorjahr. In Deutschland infizieren sich etwas mehr als fünf von 100.000 Einwohnern an TBC. Insgesamt sinkt die Rate seit 2009 kaum noch.

Wie im brennpunkt.hygiene bereits berichtet wurde, werden nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit intensive Bemühungen benötigt, um den Kampf gegen TBC erfolgreich durchzuführen. So verfolgt die WHO aktuell das Ziel einer Welt ohne TBC mit der Strategie „End TB“. So sieht der Plan vor, dass in Ländern mit niedrigen Erkrankungsraten bis 2050 die Erkrankung ausgerottet sein soll, weltweit sollen Todesfälle reduziert und die Behandlungskosten deutlich gesenkt werden.

Bei erkrankten Personen kommen ein Mix verschiedener Antibiotika zum Einsatz. Durch falsche oder abgebrochene Therapien kommt es insbesondere in Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu Antibiotikaresistenzen. Bedingt durch die Länge der Therapie bestehen zusätzliche Risiken, dass Patienten die Medikamente nicht mehr einnehmen. Neue, im letzten Jahr auf den Markt gekommene Antibiotika sollen in den betroffenen Ländern von daher möglichst korrekt eingesetzt werden. Mediziner aus Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien und anderen betroffenen Ländern werden von daher in Deutschland geschult. Ziel dieser Maßnahme ist es, dass sich die Wirksamkeit möglichst sich nicht so schnell verbraucht.

In Deutschland hofft man auf frühzeitige Diagnostik, um die weitere Ansteckung zu verhindern. Nur so lasse sich die Infektionsquote pro Erkrankten tatsächlich niedrig halten. Die WHO setzt vor allen auf einen neuen Impfstoff, der 2025 auf den Markt kommen soll. Der bisherige Impfstoff BCG aus den 19303er Jahren zeigt eine schwache Wirksamkeit und wird in Deutschland nicht mehr empfohlen.

brennpunkt.hygiene: TBC: 1,5 Millionen Tote in 2013
http://www.brennpunkt-hygiene.de/2014/10/tbc-15-millionen-tote-2013/
Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK)
http://www.pneumologie.de/dzk/
Tuberkulose (TBC) Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Tuberkulose

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