RKI: Informationen zum MERS-Ausbruch in Südkorea

Das Robert Koch-Institut hat aktuell Informationen zum aktuellen MERS-Ausbruch in seinem Newsletter versendet. In Europa wurden bisher keine aktuellen Infektionen bekannt, jedoch wird der Ausbruch in Korea derzeit ernst genommen.

MERS-CoV (Middle East respiratory syndrome coronavirus) wurde erstmals im Jahre 2012 identifiziert und ähnelt dem SARS-Virus. Das Virus aus der Familie der Coronaviren (Coronaviridae) verursacht beim Menschen eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen. Bisher gibt es weltweit zwischen 500 und 1000 Erkrankungen mit einigen hundert Todesopfern. Ursprüngliche Infektionen hatten ihren Ursprung im Nahen Osten mit dem Schwerpunkt in Saudi-Arabien. Die Erkrankungen verliefen schwer und oft tödlich. Jedoch ist nicht genau bekannt, welcher Anteil der infizierten Personen überhaupt eine Erkrankung entwickelte. Derzeit findet der Ausbruch in Südkorea weltweite Beachtung.

 - MERS-CoV particles on camel epithelial cells

„MERS Coronavirus Particles (14855805237)“ von NIAID – MERS Coronavirus Particles. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MERS_Coronavirus_Particles_(14855805237).jpg#/media/File:MERS_Coronavirus_Particles_(14855805237).jpg

Das RKI informierte:

„Ein mit MERS-Coronavirus (MERS-CoV) infizierter Reisender, der zuvor mehrere Länder der arabischen Halbinsel besuchte, hat zu einem Ausbruchsgeschehen von MERS-CoV in Südkorea geführt. Inzwischen wurden der WHO 122 Fälle in Südkorea berichtet, von denen neun verstarben (Stand 11.06.2015). Zu den meisten Übertragungen in diesem Cluster kam es offenbar im Krankenhausbereich in Südkorea. Angesichts der späten Diagnosestellung, der zahlreichen Situationen mit möglichen Übertragungen und der Inkubationszeit bis zu 14 Tagen werden durchaus noch weitere Fälle erwartet. Eine zuvor in Südkorea identifizierte Kontaktperson reiste weiter nach China, wurde dort positiv auf MERS-CoV getestet und befindet sich zurzeit in Hongkong in Isolation.

Es handelt sich um das erste Auftreten von MERS-CoV in China und Südkorea. Mit Datenstand vom 11.06.2015 wurden seit 2012 weltweit 1.285 laborbestätigte MERS-CoV-Fälle berichtet, darunter 453 Todesfälle.

Bei schweren Pneumonien und Atemnotsyndrom sollte unabhängig von einer Reiseanamnese immer eine labordiagnostische Abklärung der Ursache erfolgen. Differentialdiagnostisch sollte MERS-CoV insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn sich Patienten mit Pneumonie in den 14 Tagen vor Erkrankungsbeginn in einem Land der arabischen Halbinsel aufgehalten haben oder Kontakt mit einer medizinischen Einrichtung (Krankenhaus; Notfallaufnahme; Arztpraxis) des Gesundheitswesens in Südkorea hatten oder Kontakt mit einem Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher MERS-CoV-Infektion hatten.“ 

Weitere Informationen finden Sie hier:

RKI: MERS

Falldefinition des RKI zu schweren respiratorischen Erkrankungen in Verbindung mit Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV)

Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise für Republik Korea (Südkorea)

Auswertiges Amt: MERS Coronavirus 

 

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