Alkoholgenuss gegen Gastroenteritis

Die Vorweihnachtszeit beschert uns häufig eine ordentliche Weller der Magen-Darm-Erkrankungen. Auch derzeit ist eine Vielzahl von meist bakteriell verursachten Magen- und Darmproblemen unterwegs. Hartnäckig hält sich bei Weihnachtsfeiern und Weihnachtsmärkten das Gerücht, dass der ausgiebige Genuss von Alkohol vor Gastroenteritis schützen kann. So sollen die römischen Soldaten vor 2000 Jahren schon täglich mit einer ordentlichen Menge Wein versorgt worden sein, um gegen Erkrankungen des Darmtraktes geschützt zu werden und über die französischen Kolonialherren in Nordafrika wird gerne erzählt, dass nur durch ausgiebigen Rotweingenuss viele Erkrankungen vermieden werden konnten.

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Bildquellenangabe: Tim Reckmann / pixelio.de

Allgemein werden diese Thesen von Schulmedizinern abgelehnt, da der übermäßige Alkoholkonsum die Magenschleimhäute schädigt und selbst die Ursache für eine akute Gastritis sein kann. Doch im Jahr 2000 veröffentlichte Juan Bellido-Blasco vom Centro de Salud Pública in der Zeitschrift Epidemiology dazu einen interessanten Artikel.

Bei einem Festbankett im spanischen Castellón war das Essen mit Salmonellen stark kontaminiert. Mehr als die Hälfte der Gäste zeigten entsprechende Symptome, wie Übelkeit und Durchfall, bis hin zu starken Magenkrämpfen und Fieber.

Juan Bellido-Blasco nutzte die Gelegenheit, um die These zu überprüfen, ob mit Alkohol der Körper vor solchen Infektionen geschützt werden kann. Die 120 Gäste wurden kurzerhand befragt, Stuhlproben untersucht, die Speisen analysiert und es stellte sich heraus, dass von den Gästen, die keinen Alkohol getrunken hatten, 95% sich infizierten. Die Gäste, die mäßig Alkohol genossen (<40g Alkohol, was nicht mehr als drei Gläser Wein ist), erkrankten lediglich zu 78%. Der Personenkreis, der ausgiebig Alkohol genoss, konnte zu 50% eine Erkrankung verhindern. Demnach bestätigte das Ergebnis die These.

Ähnliche Ergebnisse lieferte schon Jahre zuvor eine US-Studie, die nach einer Infektion, verursacht durch rohe Austern, entstand. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Getränke zumindest 10% Alkohol enthalten müssen, um eine Wirkung zu zeigen. Damit dürften „Therapien“ mit Bier keinen Erfolg sicher stellen.

Dennoch sei vor regelmäßigen und ausgiebigen Alkoholgenuss gewarnt. Die gesundheitlichen Risiken durch Alkoholkonsum sind nicht zu verharmlosen und verursachen viele chronische Erkrankungen und eine Vielzahl von Toten.

 

 

 

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