Aufbereitung von Vaginalsonden

Eine sachgerechte Aufbereitung von Medizinprodukten stellt viele Betreiber vor unvorhersehbare Probleme, insbesondere dann, wenn unter den Fachleuten unterschiedliche Auffassungen herrschen. So auch bei der Aufbereitung von Vaginalsonden.

„Heart“ von איתי בריבוע - Taken by איתי בריבוע. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Heart.JPG#mediaviewer/File:Heart.JPG

„Heart“ von איתי בריבוע – Taken by איתי בריבוע. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Heart.JPG#mediaviewer/File:Heart.JPG

Die Vaginalsonden stellen die Ärzte vor das Problem, dass eine Aufbereitung der Sonden nicht oder nur unzureichend möglich ist. Diese Sonden sind technisch nicht geeignet um in einem klassischen Reinigungs- und Desinfektionsbad aufbereitet zu werden. Ebenfalls ist eine Sterilisation nicht möglich.

Damit entfallen die herkömmlichen Aufbereitungswege für Medizinprodukte, die mindestens als Semikritisch A eingesetzt werden. Zusätzlich haben die Sonden sehr empfindliche Oberflächen, weshalb nur wenige Produkte überhaupt als materialverträglich eingestuft werden können. Dennoch, diese Instrumente, die mit Schleimhäuten in Berührung kommen, sind sicherlich nicht als unkritisch zu bewerten.

Eine Aufbereitung mit Aldehyden im Wischverfahren ist äußerst problematisch (Arbeitsschutz, Oberflächenbenetzung), zumal Aldehyde grundsätzlich zur Fixierung von Proteinen neigen und bei einer Aufbereitung ohne geeignete Spülungsmöglichkeit nicht anwendbar ist.

Da diese Problematik nicht aktiv durch die Sondenhersteller gelöst worden ist, werden in der Praxis Sondenkondome benutzt. Damit kommt die Sonde selbst nicht mit der Vaginalschleimhaut in Berührung. Die Sonde ist demnach als unkritisch einzustufen, eine Wischdesinfektion ist damit möglich. Das Sondenkondom wird als Einwegartikel genutzt. Von daher kann dieses Verfahren auch bei Semikritischer Anwendung  eingesetzt werden.

Die Sondenaufbereitung erfolgt dann mit einer Wischdesinfektion, die

  • gut reinigende Eigenschaften hat (Proteine)
  • die Materialoberfläche nicht angreift
  • keine Aldehyde enthält
  • viruswirksam bei HPV (Nachweis SV40) ist
  • hohe Hautverträglichkeit besitzt (hohe Sicherheit für Personal und Patientinnen)

Zusammenfassend:

Bedingt durch die Nutzung der Sondenkondome ist die Sonde selbst nicht als Semikritisch einzustufen, da keine Schleimhaut oder krankhafte Haut berührt wird. Eine korrekte Aufbereitung der Sonde, sofern kein Sondenkondom genutzt wird, ist nach der RKI Medizinprodukte-Richtlinie rein technisch nicht möglich. Von daher ist die Sonde nie ohne Sondenkondom zu nutzen.

Zum Thema:
Stellungnahme S. Klett, P. Heeg

Aufbereitung von Ultraschallsonden im Krankenhaus, U. Heudorf, H. Hofmann, G. Kutzke, U. Otto 

 

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